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Werdegang |
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Bereits
als Kind hat mir das Zeichnen & Malen viel Freude
bereitet. Hier fühlte ich eine große Anziehungskraft und
ein verborgenes Mysterium, das auf mich wartete.
In der Schulzeit hielt ich mich im Bereich bildnerische
Erziehung bedeckt und im Verborgenen, weil mein Gefühl
mir sagte, dass ich nicht gut genug sei. Ich erledigte
die aufgetragenen Arbeiten ohne Motivation und brav im
Niveau meiner Klassenkollegen. Demnach hatte kein Lehrer
die Möglichkeit, etwas besonderes in mir zu sehen.
Während der letzten Klassen der Oberstufe im Gymnasium
entdeckte ich, dass ich mit Pinsel und Deckfarben
(Gouachefarben) gut umgehen konnte und begann Bilder zu
malen.
Entsprechend meiner
depressiven Gefühlswelt boten sich der schwarze
Fotokarton und das Deckweiß – gemischt mit diversen
Farben – wie von selbst an.
Zu dieser Zeit hatte ich
auch bereits Michael Pugel kennen gelernt, der ebenfalls
malte und mich mit dem Spritzgitter bekannt machte (das
ist ein kleines rundes Gitter, wenn man mit einem
Borstenpinsel Farbe darauf verreibt, kann man ein
Sprenkeln erzeugen), das meine Malerei genial ergänzte. |
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Es entstanden (in den Jahren 1982 und 1983) meine ersten
Werke, 50 x 70 cm auf schwarzem Fotokarton (siehe "Frühe
Arbeiten").
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Als
nächste Entwicklungsstufe wurde ein Airbrush Set
angeschafft, weil der Airbrush eine Weiterentwicklung
zum Spritzgitter darstellte und wesentlich feinere
Sprenkelung versprach.
Nach ersten Übungen gab es nun die Möglichkeit,
Farbverläufe gekonnt darzustellen.
Ich
beendete meinen schulischen Werdegang mit Matura und
mein Gefühl zog mich zu einem Studium der Malerei. Dort
gab es aber (in Wien) eine Aufnahmeprüfung wo man mit
einigen Werken oder mindestens Zeichnungen erscheinen
musste.
Ein Bekannter, der eine Klasse über mir fertig geworden
war, hatte diese Aufnahmeprüfung mit einer meiner
Meinung nach tollen Mappe versucht und war gescheitert.
Damit war für mich klar, dass ich das gar nicht erst
versuchen muss (ich war ja auf jeden Fall schlechter)!
Also inskripierte ich an der Wiener Universität im Fach
Architektur, weil sich das irgendwie verbinden ließ:
Kunst auf der einen Seite, praktische Ausübung mit einem
Beruf, in dem man auch etwas verdienen konnte auf der
anderen Seite – und keine Aufnahmeprüfung. |
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Die ganze Sache hätte ich
mir ohnehin sparen können, denn als mein Vater erfuhr,
dass ich ein Studium begonnen hatte, erklärte er mir,
dass er nun lange genug Alimente gezahlt hätte und ein
Studium nicht in Frage käme (meine Eltern waren seit
einigen Jahren geschieden und mein Vater hatte Unterhalt
bezahlt).
Er brachte mich dann sofort in der Versicherung unter,
in der er selbst auch arbeitete. Ich versuchte noch
einige Zeit (im ersten Semester), Beruf und Studium
gleichzeitig zu bewältigen, gab dann aber rasch auf. Die
Malerei betrieb ich nun als Hobby am Wochenende.
Die eingeschränkte Zeit hinderte mich jedoch nicht,
meinen Weg weiter zu gehen und mich persönlich weiter zu
entwickeln.
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In der Folge entstanden
daher weitere Malereien auf Karton, nun in Ausweitung
des bisher eher monochromen Farbspektrums auf ALLE
Farben, was eine große Herausforderung darstellte.
Ich lernte, mit Folien zu
arbeiten und die Pigmentfarben, die für den Airbrush
benötigt werden, richtig einzusetzen. Ich lernte auch,
dass ein einziger Farbklecks an der falschen Stelle ein
Bild zerstören kann – ganz zu schweigen von einem
versehentlich umgestoßenen Pipettenfläschchen.
Meine Beziehung zur
Malerei blieb immer eine besondere. Ein leerer weißer
Bogen Karton verhieß eine Vielzahl von Möglichkeiten und
wollte einfach verändert werden. |
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Während der Arbeit
durchwehte mich ein „Schöpfungsgefühl“ – die Freude,
neues zu schaffen.
In dieser Phase unternahm ich experimentelle Versuche
mit dem Airbrush, hatte aber immer den Ansatz, ein
fertiges, brauchbares Bild zu schaffen. Meist ist mir
das gelungen, einige Arbeiten musste ich aber entsorgen.
Ich hatte nach wie vor das Gefühl, dass das von mir
Geschaffene nichts wert sein konnte – wieviel mir auch
immer Freunde und Bekannte anerkennend auf die Schulter
klopften – und wenn es um das Verkaufen eines Werkes
ging, setzte ich den Preis sehr niedrig an.
Natürlich verkaufte ich dann in der Folge viele dieser
Bilder. |
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Ideen dazu kamen unentwegt auf die eine oder andere Art,
meistens beim Musikhören und dabei Träumen, oft auch
direkt vor dem Einschlafen am Abend im Bett, was sehr
ärgerlich war – hatten sich doch die meisten dieser
Bilder, die da vor meinen Augen auftauchten, am nächsten
Morgen wieder verflüchtigt!
Viele Arbeiten aus dieser Zeit kann ich direkt einem
Musiktitel oder einem Album zuordnen. Am liebsten hörte
ich Jean Michel Jarre, Tangerine Dream, Mike Oldfield,
die Doors, Barclay James Harvest, Peter Gabriel, um nur
einige zu nennen.
Schwer beeindruckt war ich von einem schweizer Maler –
H.R. Giger, der irgendeine schwarze Saite in mir zum
Klingen brachte. In seinen Bildern sah und spürte ich so
etwas wie eine kollektive menschliche Erinnerung an die
Abgründe der Seele. Für mich war klar, dass diese
Malereien jeden von uns ansprechen, wenn auch manch
einen (oder eine) nur mit einer Gänsehaut und Ekel. |
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Außerdem faszinierte mich ein gewisser Renee Magritte –
ein Meister des Surrealismus.
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Und natürlich las ich
alle Airbrush-Zeitschriften und kaufte mir Bücher zum
Thema Airbrush, meist mit dem Hintergrund, an den
dargestellten Bildern zu lernen und zu sehen, wie ein
bestimmter Effekt dargestellt wird.
Ich las auch in einer
Autotouring Zeitschrift, dass ein gewisser Knud Tiroch
für einen Scheich einige Mercedesse lackiert hatte und
nebst einem fürstlichen Honorar auch einen Ferrarri
geschenkt erhalten hatte.
Ich selbst hatte zu
diesem Zeitpunkt an Material und Gerät etwa doppelt
soviel investiert als ich heraus bekommen hatte. Da ich
nicht viel Geld zur Verfügung hatte, waren ohnehin nur
die billigsten Dinge angeschafft worden, die Verluste
hielten sich also in Grenzen. |
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Mit Erfolg hatte ich mir bewiesen, dass hier kein Geld
zu holen sei und auf den Gedanken, dass meine Malereien
etwas wert sein könnten, kam ich nicht. Ich erkannte
aber, dass man im Bereich der Fahrzeugbemalung etwas
verdienen konnte.
Ich
erkannte auch, dass die Malerei wirklich wichtig für
mich war und ich – wenn ich das nur früher gewusst hätte
– von Anfang an viel mehr in diese Richtung gehen hätte
müssen. Nun bedauerte ich, die Aufnahmeprüfung an der
Universität nicht wenigstens versucht zu haben. |
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Ein
Freund kannte Knud Tiroch persönlich und brachte ein
Treffen zustande. Dieses nutzte Herr Tiroch, um sich
selbst und einen Airbrush Kurs bei ihm als Meister zu
verkaufen. Mein Freund Michael Pugel war auch dabei (er
malte auch immer noch) und wir beschlossen, uns diesen
Kurs zu geben. Immerhin wurde uns versprochen, dass wir
das freie Spritzen lernen würden, also arbeiten ohne
lästige, störende Folien.
Wir
hatten auch Fotos von unseren Bildern mit und es wurde
uns Anerkennung gezollt.
Der
Kurs war in Bezug auf freies Arbeiten eine herbe
Enttäuschung. Eigentlich wurde uns bewiesen, dass man
ohne hilfreiche Folien nicht auskommen kann. |
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Aber in anderen Punkten war er ein voller Erfolg: zu
sehen, welche Materialien ein Profi verwendet, wie er
mit dem Airbrush umgeht, Tipps und Tricks und vieles
mehr lernte ich an einem intensiven Wochenende.
Und dieses veränderte mein malerisches Leben. Nicht nur
mein theoretisches Wissen war größer geworden, ich
konnte das auch direkt in der Praxis umsetzen, weil zu
diesem Zeitpunkt bereits genügend Übung mit dem Airbrush
vorhanden war und ich nur loslegen musste. Mit dem
richtigen Material war es in Wahrheit viel einfacher
geworden.
Ich
begann nun auch vermehrt, Helme und Motorrad-Teile zu
bemalen und dafür Geld zu verlangen. |
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Das
brachte aber eine neue Schwierigkeit: die bemalten Teile
mussten mit einem Klarlack geschützt werden und dazu
brauchte ich eine Lackiererei oder einen Lackierer mit
einer Lackierbox.
Da
ich damals noch der Meinung war, dass man von einem
Betrieb, der auf eine einzige Sache spezialisiert ist,
erwarten kann, dass Profi-Arbeit geleistet wird, musste
ich diesbezüglich einige herbe Erfahrungen sammeln.
Es
stellte sich nämlich heraus, dass dort (in diversen
Lackier-Fachbetrieben) unendlich geschlampt wird und man
jemanden finden muss, der begreift, welche Arbeit er
eigentlich zu machen hat und das auch ernst nimmt.
Diese Person fand ich nach einigen Versuchen und
Irrtümern in Christian Ivicic, der meiner Meinung nach
ein begnadeter Lackierer vor dem Herrn ist. Nachdem ich
einmal bei ihm gelandet war, gab es an dieser Ecke kein
Problem mehr. |
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Auch
mit der Malerei auf Karton machte ich weiter –
selbstverständlich alles am Wochenende oder am Abend
nach der Arbeit.
Das
gestaltete sich im Privatleben – ich war mittlerweile
verheiratet und glücklicher Vater einer Tochter – nicht
einfach, die Zeit wurde mir an allen Ecken und Enden
knapp. |
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Trotzdem wurden Bilder fertig gestellt und endlich
fühlte ich mich bereit für eine erste Ausstellung,
natürlich gemeinsam mit meinem mittlerweile besten
Freund Michael Pugel.
Im Jahr 1990 – ich war 26 Jahre alt – einigten wir uns
auf den Titel „Lichtstimmen“ als Synonym für das Wort
„Farben“ und stellten in der 1. Wiener Wohnbaugalerie
aus.
Das
war gratis und passte zu uns, recht weit hinten und
leicht zu übersehen im 15. Bezirk, wo nie ein Mensch
vorbeikommt, weil es sich um 2 Räume innerhalb einer
Wohnsiedlung handelte.
Trotzdem versuchten wir, so viele Leute wie möglich
dorthin zu bekommen und natürlich kamen alle unsere
Freunde und die meisten unserer Bekannten. |
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Mein
Vater brachte neben einigen wichtigen Direktoren auch
den damaligen Generaldirektor des
Versicherungsunternehmens mit, in dem wir arbeiteten,
und so gelangen auch einige Verkäufe. Auch Freunde
kauften und am Ende der Ausstellung waren viele Bilder
weg und meine Finanzen – im Gesamten seit Beginn meiner
Malerei gesehen – einmal ausgeglichen.
Das
ermutigte natürlich zu mehr und die Folge war eine
weitere Ausstellung in der Versicherung, in der ich
arbeitete, diese mit mäßigem finanziellen Erfolg.
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Die Malerei wurde nun
richtig professionell und bewegte sich zwischen
fantastischem Realismus und Surrealismus. Ich war jetzt
weitgehend in der Lage, das zu malen, was ich darstellen
wollte und die Probleme veränderten sich weg von „wie
male ich das?“ hin zu „wie ist da eigentlich der
Lichteinfall?“ und „wo und wie sind da die Schatten?“.
Auch die richtigen Tonwerte spielten eine zunehmende
Rolle.
Die Bilder entstanden
nach wie vor in meinem Kopf und bei der Umsetzung gab es
keine visuelle Hilfe wie z.B. ein Foto, wo man sich
etwas hätte abschauen können.
Irgendwie war ich auch
ein Airbrusher geworden und warb mit einem Inserat in
einer Motorrad-Zeitschrift. Hier bekam ich auch Kunden
und Aufträge. Nach wie vor war Michael Pugel mit im Boot
und wir benutzten den schon früher kreierten Namen
WaP-Graphics für unsere gemeinsame Tätigkeit. |
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Ich lernte, dass Kunden so wenig wie möglich bezahlen
möchten, aber auf jeden Fall auf ein optimales Ergebnis
bestehen, wie aufwändig oder unmöglich die Arbeit auch
immer sein mag.
Ich erkannte auch, dass ich für diese Art der Tätigkeit
in Wahrheit nicht geeignet war. Wer sich zu viele Sorgen
macht und für ein perfektes Ergebnis im Detailbereich
Stunden aufwendet kann hier nicht bestehen.
Außerdem hatte ich mir mittlerweile selbst bewiesen,
dass ich das konnte, ein wichtiger Motivationsfaktor
fiel somit von selbst weg.
Das
Ende vom Lied war der geordnete Rückzug: ich ließ diese
Türe zwar offen und nehme auch heute noch einzelne
Auftragsarbeiten im Bereich Fahrzeugbemalung an, zog
mich aber von der Kundenwerbung zurück und erhöhte den
Preis auf ein Maß, der mir alle Nachteile erträglich
machte.
Dadurch fielen diese Aufträge fast zur Gänze von selbst
weg und ich hatte wieder mehr Zeit für die freie
Malerei.
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Im
privaten Bereich gesellte sich ein Sohn zur Familie und
rundetet die Sache entsprechend ab.
Gleichzeitig erhöhte er aber durch sein Erscheinen den
Druck, unsere Wohnsituation zu verändern. Wir lebten mit
meiner Mutter gemeinsam in einem Haus am Stadtrand von
Wien und litten an einer gewissen Raumnot.
Nun beschlossen wir, das Haus auszubauen und den
Dachboden künftig mit zu nutzen.
Sehr
schnell weitete sich dieses Projekt zu einem Umbau des
gesamten Hauses aus und bereits nach kurzer Zeit hatte
ich keine Wahl mehr: ich stellte meine Malerei auf
unbestimmte Zeit ein.
Nach
4 Jahren war der Umbau beendet und ich war wieder frei
genug, die Malerei erneut aufzunehmen. Nun hatte ich
kurioserweise keinen Raum mehr zur Verfügung. Früher
hatte ich den zugigen, im Winter eiskalten Dachboden
genutzt und mir dort 2 kleine „Zimmer“ adaptiert, diesen
Platz gab es jetzt nicht mehr.
Ich begann also ein Studio zu suchen und hatte bereits
das eine oder andere Projekt gesichtet als uns das
Nachbarhaus zum Kauf angeboten wurde. Mit Hilfe einer
kräftigen Finanzspritze meines Vaters wurde dieses Haus
gekauft und seither habe ich dort – im Obergeschoß –
mein Atelier, in dem ich arbeite. |
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Auch
dieses musste zunächst adaptiert werden und so verging
ein weiteres Jahr, ehe ich mit der Malerei wieder
ernsthaft beginnen konnte.
Mit Erstaunen stellte ich fest, dass ich in der Pause
dazugelernt hatte, obwohl ich weder Pinsel noch Airbrush
angerührt hatte. Auch das rein gedankliche Beschäftigen
und das Beobachten der Natur hatte mich als Maler
weitergebracht. |
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Es entstanden nun die
bisher besten Arbeiten auf Karton, mittlerweile eine
Mischung aus allen Techniken, die ich beherrschte.
Die Versicherung, in der
ich nach wie vor arbeitete, wurde von einem anderen,
größeren Versicherungsunternehmen aufgekauft und ich war
von einem Tag zum anderen – nach 15 durchaus engagierten
Jahren – überflüssig, was mir indirekt (ich erfuhr die
Veränderung innerhalb der Abteilung durch einen neuen
Sitzplan) auch mitgeteilt wurde.
Ich brauchte einige Zeit – einen ganzen Sommer – um
damit klarzukommen, dann beantragte ich eine
Arbeitszeitreduzierung und ging nur noch halbtags
arbeiten. |
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Dadurch hatte ich nun
mehr Zeit für die Malerei und ich beschloss, wieder mehr
Auftragsarbeiten anzunehmen. Ich erweiterte meine
Bandbreite auf den Computer und absolvierte einen Kurs
für Webdesign und digitale Bildbearbeitung. Außerdem bot
ich auch Wandmalerei und Grafik an, also in einem
Schwung auch Gestaltungen für Logos, Visitenkarten und
ähnliches.
Dass ich keinerlei Ausbildung als Grafiker hatte,
berührte mich nicht. Als Künstler fühlte ich mich diesen
Aufgaben gewachsen. Außerdem bot ich diese Dienste
wesentlich günstiger an als ein professioneller
Grafiker. Das war mein (innerer) Ausgleich für eventuell
fehlendes Knowhow. |
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Für das Auftreten nach
außen musste der bereits etablierte Begriff „WaP-Graphics“
herhalten, wenn auch Freund Michael Pugel mittlerweile
nicht mehr mit im Boot war.
Bei
der „freien“ Malerei war ich nun nicht mehr so frei wie
früher. Vielfach verlor sich die Freude beim allzu
genauen ausarbeiten der Bilder.
Ein
seltsamer Konflikt entstand: ich malte so gut wie noch
nie zuvor und hatte keine Freude mehr daran.
In
der Folge – sicherlich auch durch eine Verlagerung auf
die Auftragsarbeiten - entstanden weniger Werke und ich
konnte mich kaum mehr motivieren, neue Bilder zu
beginnen. Irgendwie fehlte die Herausforderung, weil
ohnehin klar war, wie das jeweilige Bild zu erarbeiten
war.
Da
ich ein sehr disziplinierter Mensch bin, malte ich aber
weiter – ohne Freude zwar, aber technisch auf einem sehr
hohen Niveau. |
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Im Jahr 2007 kam die Erlösung in Form der
Energiearbeiterin Isil Schmid. Sie empfahl mir etwas
Unerhörtes: „Male einfach mit den Händen, achte darauf,
dass du nur Deine Gefühle ausdrückst, nimm die Farben
einfach wie sie kommen, ohne nachdenken, wie das dann
wirken wird und egal ob das Ergebnis hässlich wird!“
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Ich erkannte sofort, wie
mich das befreien würde. Weder Pinsel noch Airbrush zur
Verfügung zu haben, sondern einfach nur die Hände. Mit
den Händen kann man nicht genau malen, das geht einfach
gar nicht!
Ein erstes experimentelles Ergebnis überzeugte mich,
dass Packpapier nicht geeignet ist. Es verformt sich
sofort und knittert dann.
Die Firma Boesner hatte
günstige Leinwände auf Rollen, diese kaufte ich und
zusätzlich Acrylfarben in großen Gebinden, dann konnte
es losgehen.
Und wie es losging! Im
Frühjahr und Sommer 2007 malte ich mir die Hände wund,
so berauschend war die Befreiung von der genauen
Detailarbeit. Abgesehen davon war es mein Einstieg in
die abstrakte Malerei und auch in dieser Hinsicht eine
neue Herausforderung. |
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Viele Bilder entstanden in dieser Zeit und ein
erstaunliches Ergebnis zeigte sich schon bald: in vielen
Darstellungen – obwohl rein aus dem Gefühl gemalt, Farbe
mit den Händen auf die am Boden liegende Leinwand
aufgebracht – waren Figuren oder Gegenstände zu
erkennen, die ich selbst nicht gesehen und während des
Malens schon gar nicht beabsichtigt hatte.
Die
Acrylfarbe erwies sich wegen ihrer raschen
Trocknungszeit als genial für diese Art der Arbeit und
als Draufgabe spielte es „Pollock“ im Fernsehen. Der
Film berührte mich wegen der Ähnlichkeit des malerischen
„Tuns“ und wegen der gezeigten Genialität dieses Mannes.
Also beeinflusste er mich auch.
Es
war nun – entgegen meiner früheren Meinung – am
schnellen Arbeiten und am Herumspritzen mit Farbe nichts
mehr auszusetzen, diese Art des künstlerischen Schaffens
hatte sich mir jetzt erschlossen. |
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Durch die großen Formate der Werke ergab sich nun eine
neue Problematik: die Bilder mussten irgendwie auf
Rahmen aufgespannt werden. Bei der Firma Boesner
(Künstlerbedarf) erklärte mir eine junge Dame –
Vesna Krasnec -
geduldig, wie man Keilrahmen selbst zusammen baut und
wie man dann die Leinwand darauf spannt.
Ich
fragte sie, ob sie diese Arbeit gegen Bezahlung beim mir
zu Hause machen würde und sie sagte zu. Es stellte sich
dann schnell heraus, dass das ein Glücksgriff von der
Art war, die ein Leben bestimmen und verändern kann.
Vesna malte selbst und hatte bei Ernst Fuchs (später bei
Michael Fuchs) gelernt. Durch sie erhielt ich Zugang zur
Gedankenwelt der Künstler.
Abgesehen davon schaffte sie es, die stark welligen und
großen Leinwände perfekt auf Keilrahmen zu spannen,
sodass es danach Bilder waren. |
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Im Jahr 2008 fühlte ich mich – gestärkt durch viele neue
Arbeiten - dann endlich soweit, wieder eine Ausstellung
machen zu wollen. Meine Wege hatten mich mehrfach an der
Galerie TIME in der Wiener Wollzeile vorbei geführt, ich
konnte aber wegen der Öffnungszeiten nie hinein. Die
Galerie hatte – wenn überhaupt – immer nur Abends
geöffnet. Irgendwie schienen mir diese Auslagenscheiben
für mich richtig zu sein.
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Auf dem telefonischen Weg
erreichte ich dann jemanden und vereinbarte einen
Termin.
Da ich mir alleine etwas verloren vorkam fragte ich
Wolfgang Bilinski, einen Bekannten, von dem ich wusste,
dass er abstrakt malt, ob er gemeinsam mit mir
ausstellen wolle und er sagte zu.
Eine mir unbekannte Besucherin dieser Ausstellung -
Adriana Peterova - fragte mich, ob ich einer
Künstlergruppe beitreten wolle. Sie war eine Bekannte
des Galeristen und hatte den Plan, eine internationale
Künstlervereinigung zu gründen.
Das klang wie Musik in
meinen Ohren – vor allem dass sie mich dabei haben
wollte – und ich sagte zu.Von den 8 – 10 Künstlern, die
sich anfangs gefunden hatten blieben dann letztendlich 4
ernsthafte Interessenten übrig, die sich zu „VIENNA-ART-IST“
konsolidierten. |
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Die Ausstellung in der Galerie TIME war übrigens ein
großer Erfolg für mich, denn einerseits interessierten
sich viele meiner Bekannten dafür, andererseits wurden
auch einige Bilder verkauft. Dem Hörenssagen nach war
ich der einzige Künstler, der jemals in dieser Galerie
einen Verkaufserfolg hatte.
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2009
hatte ich meine erste große Einzelausstellung im Wiener
Wasserturm, weil es dort eine (meines Wissens nach die
einzige in Wien) Möglichkeit gibt, kostenfrei in einem
sehr großen Raum auszustellen.
Der
Wasserturm passte genial zu den großen Formaten meiner
Werke und ich finde diesen Ort auch im Nachhinein
gesehen eine großartige Möglichkeit für Künstler, sich
zu präsentieren.
Leider hatte ich einen sehr frühen Termin im Jahr und
der Wasserturm mit seinen meterdicken Mauern gab die
Kälte eines ganzen Winters in kleinen Portionen an den
Innenraum ab. Da es keine Heizung gibt, fror ich ständig
während der 2 Wochen meiner Ausstellung. |
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Bei einer guten Bekannten und Freundin unserer Familie
sah ich dann einen Film über den Künstler Andy
Goldsworthy. Dieser arbeitet mit den Mitteln der Natur
und kreiert Farbwirkungen mit Steinen, Blättern, Holz,
Wasser und vielem mehr.
Einigen seiner Kunstwerke – diese werden abfotografiert
und sind oftmals nicht dazu gedacht, lange zu überdauern
– war ich auf Anhieb verfallen, es handelte sich
vorwiegend um solche mit hohen Kontrastwirkungen oder
starken Farben. Es dauerte dann aber noch eine gewisse
Zeit, bis diese Inhalte Eingang in meine Malerei fanden. |
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Schließlich war es dann
aber soweit und es ergab sich eine neue Kombination: die
abstrakten Inhalte – weiterhin mit den Händen gemalt –
verbanden sich mit darstellenden Motiven samt
Airbrush-Technik.
Anfangs waren diese
Motive stark von Andy Goldsworthy’s Arbeit beeinflusst,
später wurden die Arbeiten zunehmend von eigenen
Inhalten geprägt.
Im Dezember des Jahres
2009 war es dann auch mit der ersten Gruppenausstellung
der Künstlervereinigung „Vienna-Art-Ist“ in der Galerie
TIME soweit. Wir erhielten viel Lob, konnten aber kein
einziges Bild verkaufen. Dafür verloren wir Nicole
Pelikan und waren von nun an nur noch zu dritt.
Dank des Engagements von Adriana Peterova hielt ich mich
noch bis in den Sommer des Jahres 2011 in der
Künstlergruppe. |
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Mittlerweile war ich aber
zur Überzeugung gelangt, dass ich nicht in diese Gruppe
passte, dazu kamen einige Ungereimtheiten, die mich
erkennen ließen, dass der zukünftige Leidensdruck wohl
höher sein würde als etwaige positive Resultate dieser
Zusammenarbeit. Ich zog daher die Konsequenzen und
verließ die Gruppe im Sommer 2011 um fortan wieder auf
eigenen Künstlerbeinen durch die Lande zu ziehen.
Vesna Krasnec hatte nun
(2011) eine Ausstellung in der Galerie 10 und lernte
verschiedene wichtige Leute kennen. In einem Versuch,
mich mit einigen dieser Personen (Peter Gric, Otto Rapp,
Corinna Herden, Paul Allan Ballard) bekannt zu machen,
gab es eine Einladung zum Abendessen.
Leider hatte niemand (auch ich nicht) dem wichtigen
Umstand Rechnung getragen, dass ich Allergiker bin. Die
bei Vesna lebende Hauskatze verwandelte mich flugs in
eine schnupfende und niesende Gestalt mit roten Augen
und nasaler Stimme und die an sich sehr netten Leute
waren wohl froh darüber, dass ich mich mit meiner Frau
bereits früh am Abend verabschiedete. |
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Meine
eigenen Visionen waren nun anderer Natur: Ich bewarb
mich für die Kunstmesse in Salzburg für 2011 und wurde
auch akzeptiert. Leider wurde die Messe, die seit Jahren
durchgeführt worden war, just in diesem Jahr mangels
Ausstellern abgesagt.
Statt dessen erhielt ich die Möglichkeit, auf der ART
INNSBRUCK auszustellen. Diese Chance habe ich vom
24.02.2012 bis 27.02.2012 wahrgenommen und viel
Bestätigung erhalten.
Geplant sind
derzeit ein Projekt mit
Ursa Schöpper sowie die
Messeteilnahme an der Liste Berlin (September 2013) und
eine Ausstellung in der Galerie Böhner in Mannheim
(Frühjahr 2014). |
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